Wir sind in Kanada!
Februar 22, 2009
Viele Jahre schon beschäftigt uns der Wunsch in Kanada zu leben. Nachdem wir 2003 den Antrag bereits einmal stellten, dann aber aus verschiedenen Gründen zurückzogen, haben wir im Januar 2008 erneut einen Antrag zur Einwanderung als Skilled Worker gestellt. Bereits im Juni 2008 konnten wir dann unsere Pässe einreichen um die Visa eingestempelt zu erhalten. Ein langgehegter Traum ist in Erfüllung gegangen.
Da die Einwanderung bis zum im Visum eingestempelten Zeitpunkt erfolgt sein muss, haben wir entschieden unsere Yukon Ferien im Juli 08 zu nutzen um diesen Punkt zu erfüllen. Wir müssen nun innerhalb eines 5 Jahreszeitraumes mindestens 2 Jahre und 1 Tag physisch in Kanada sein, dann können wir das Visum um weitere 5 Jahre verlängern.
Damit wir alle Formalitäten in der Schweiz ordentlich und ohne zu hetzen erledigen können haben wir entschieden uns per 31.12.2008 in der Schweiz abzumelden und am 2.1.09 via Frankfurt nach Canada zu reisen. Wir haben uns für Lufthansa entschieden da wir unseren 18-jährigen Kater Ginga mit in der Kabine haben dürfen. Meine (Stefan’s) Mutter und mein Grossvater haben uns trotz frühen Abflugs an den Flughafen gefahren, wir mussten bereits um 2 Uhr aufstehen da der Flug um 9 Uhr gehen soll(te). Da er aber restlos überbucht war gab es Abflugsverzögerung, wir konnten sogar beinahe nicht mit. Zu guter letzt ging für uns aber alles gut und wir bekamen sogar einen Gratisupgrade in die Business Klasse. Danke Lufthansa! War dies mit dem Kater im Schlepptau doch um ein vielfaches angenehmer (für Ihn wie für uns).
In Calgary angekommen hat uns fast der Schlag getroffen. Minus 35°c und windig war es. So schnell hab ich glaub noch nie einen Mietwagen eingeräumt. Soviel vorab, es sollte die nächste Zeit so bleiben, manchmal gibt es kurz einen Tag wo es wärmer wurde, sogar knapp um Null Grad, meist aber ist es so zwischen minus 15°c und minus 30°c (wohlgemerkt am Tag).
Da unsere Enddestination in Dalmeny, Saskatchewan (leicht nordwestlich von Saskatoon) rund 500 km entfernt ist haben wir die Fahrt dorthin noch am gleichen Tag in Angriff genommen.
Das Haus dass wir bezogen haben hat sich als „Schmückkästchen“ herausgestellt. Es ist in einem sehr guten Zustand, sehr gross, irgendwas um 180-220m2 auf 2 Etagen. 1 Pferdestall und eine Traktorhalle und über 34000m2 Land drum rum. Das nennt sich hier Acreage, es hat keine Strassenadresse, nur Landkoordinaten. Wir werden auch nicht von FedEx/UPS/Canada Post beliefert, das geht alles nach Dalmeny, entweder zur Post oder wenn es mit FedEx/UPS kommt in den lokalen Drug Mart.
Frischwasser müssen wir bei einem Händler bestellen wo es dann mit einem Lastwagen geliefert wird und in den rund 3000 Gallonen fassenenden neben dem Haus vergrabenen Tank füllt. Da geht man wieder sparsamer mit dem wertvollen Gut um.
Es gefällt uns hier sehr gut. Aber so richtig eingelebt haben wir uns noch nicht, wahrscheinlich da wir noch nicht am endgültigen Ort angekommen sind und der aktuelle Wohnort nur temporär ist, denn der Besitzer möchte das Anwesen verkaufen. Zudem haben wir, noch nicht soviel Kontakt mit anderen Kanadiern, was uns momentan ein wenig isoliert erscheinen lässt, aber das ist im Moment noch nicht schlimm da wir ja wie gesagt unseren nächsten längeren Wohnort noch nicht gefunden haben. Der nächste Nachbar ist über einen KM entfernt und um uns herum sind primär Farmer.
Da ich die Freude habe von meinem Home Office weiterhin für meinen Kunden in der Schweiz zu arbeiten, habe ich auf jedenfall vorläufig noch Beschäftigung. Was schon toll ist, aber das wird auch nicht ewig dauern, daher bin ich schon mal am rumschauen was ich als nächstes machen könnte. Leider bietet Saskatoon nicht so viele Stellen in meinem spezialisierten Bereich.
So bin ich meist am arbeiten, Schnee wegmachen oder wir fahren weg um die Gegend zu erkunden. Kürzlich machten wir einen Tagesausflug nach Edmonton (one way 500 Km), ich konnte mich da bei einem Consulting Unternehmen vorstellen. Die möchten einen Netzwerkbereich aufbauen und suchen daher einen Netzwerk und Security Consultant. Mal sehen, wär sicher nicht schlecht, aber wir müssten wohl nach Edmonton umziehen oder zu Beginn pendeln.